Mexiko bzw. Neuer Kontinent, neue Herausforderungen

Mit unserer Ankunft in Mexiko City hat der zweite Teil unserer Reise begonnen und damit verbunden sind wir mit einer komplett neuen Kultur, Sprache, Mentalität, Geschichte und einer neuen Art des Reisens konfrontiert. Damit ergeben sich natürlich neue Herausforderungen die hauptsächlich darin bestehen, dass in Mexiko, trotz der Nähe zur USA, die meisten Menschen kein Englisch sprechen, sodass wir uns entschieden haben zu Beginn einen Sprachkurs zu machen. Aber erstmal von vorne.
Die ersten vier Tage in Mexiko City plagte uns durch die 11 Stunden Zeitverschiebung und die mehr als 24 stündige Reise von Manila ein heftiger Jetlag, sodass wir die Zeit dort nicht voll ausnutzen konnten. Was sehr schade war, denn es gibt dort ein riesiges Angebot an Kultur, Museen etc. und natürlich ist man die ersten Tage in einem neuen Land sowieso immer erstmal beeindruckt bzw. überfordert von den ganzen alltäglichen Dingen (neue Währung, neue Sprache, die Autos fahren schon wieder auf der anderen Seite etc.). Dazu kam am Anfang auch noch die Angst abends auf die Straße zu gehen – das hat sich aber ziemlich schnell als überflüssig herausgestellt. Mit der Sprache war es anfangs schwierig sich verständlich zu machen, trotz meinem Anfängerkurs, den ich in Deutschland gemacht hatte. Aber wie es halt so ist, irgendwie kommt man immer zurecht und bekommt was man will, oder auch nicht.
Unsere Highlights in Mexiko Stadt waren u.a. der Templo Mayor, ein alter Tempel, der mitten in der Stadt ausgegraben wurde, sowie das Museum für Anthropologie, angeblich eines der besten Museen der Welt. Außerdem kann man ungefähr 5000 Kirchen in der Stadt besichtigen.

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Erfolgreich Tacos bestellt!

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Das Anthropologische Museum - kein Kunstwerk ist zu groß um hierher geschafft zu werden

Die nächsten zwei Wochen haben wir in Puebla verbracht, einer relativ großen Stadt 2 Stunden von Mexiko City entfernt. Hier haben wir einen Spanischkurs in einer sehr familiären Sprachschule besucht und gleichzeitig bei einer Gastfamilie gewohnt. Felix und ich waren alleine in einer „Klasse“, außer uns waren noch vier Kanadier und zwei Amerikaner an der Schule, die alle schon auf einem fortgeschrittenen Level waren. Die Schule gehört Scott, einem Amerikaner, und seiner mexikanischen Ehefrau und ist gleichzeitig das Wohnhaus der beiden. Der Unterricht war ganz anders als damals in der Schule, es gab kein Lehrbuch und keine Klassenarbeiten, dafür war das Tempo viel höher und es wurde viel mehr Wert auf’s Sprechen gelegt. Nach vier Stunden Unterricht am Vormittag sind wir alle zusammen Mittagessen gegangen und am Nachmittag hatte man noch für zwei Stunden einen persönlichen Guide zur Verfügung, mit dem man die Stadt anschauen, ein Museum besuchen und vor allem spanisch sprechen konnte. Wir haben unsere Guides außerdem zum Geocachen mitgenommen, was für sie bestimmt mal eine willkommene Abwechslung war.

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Unsere "Mitschüler" während einer kleinen Party am Freitag Nachmittag

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Donnerstag Nachmittag stand immer ein Ausflug auf dem Programm. Einer der Ausflüge ging nach Tlaxcala, wo wir die örtliche Basilika bestaunt haben. Diese war mit vielen Holzschnitzereien, die wiederum mit Blattgold bedeckt waren, geschmückt. Die Kirche war zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria errichtet worden, die einem Bauern an einer Quelle im Wald erschienen war. Er berichtete in seinem Dorf von dem Ereignis, aber keiner wollte ihm Glauben schenken. Der Priester ging jedoch zu der Stelle im Wald und konnte die Erscheinung auch sehen. Dann kam das ganze Dorf und sah sie. Jetzt steht in der Nähe eine Basilika mit einer Holzfigur von Maria, die aus dem Baum geschnitzt wurde, in dem Maria erschienen ist. An der besagten Quelle steht eine kleine Kapelle, in der man das heilige Wasser gegen Geld käuflich erwerben kann. Beim Verlassen der Kapelle kam gerade eine Familie mit einem großen Kanister um sich Wasser abzufüllen (die Mexikaner sind wirklich sehr gläubig). Ein weiteres Highlight sind die Wandmalereien im Rathaus, die die Geschichte der Azteken erzählen und auch zeigt wie der Mais (DAS Hauptnahrungsmittel) angebaut, geerntet und zu Tortillas verarbeitet wird. Zudem war noch die Agave als zweitwichtigste Pflanze zu sehen, aus der Papier und vor allem Tequila hergestellt wird. Außerdem haben wir noch eine Stierkampfarena besucht.

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Tlaxcala

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Maria ist den Dorfbewohnern in einem Baum erschienen, wie man sieht

Unsere Gastfamilie bestand aus einem pensionierten Ehepaar, Mago und Fernando, wobei letzterer schon sehr gebrechlich war und Mago deswegen den ganzen Haushalt organisieren musste, d.h. jeden Tag zwei bis drei Mahlzeiten für ihren Ehemann, für uns beide und noch einen Studenten zubereiten, der ebenfalls im Haus wohnt. Am Anfang war die Kommunikation schwierig, da wir beide so gut wie kein Spanisch konnten und Mago kein Englisch. In der zweiten Woche merkten wir aber schon einige Fortschritte und konnten uns schon ein bisschen mehr verständigen und auch verstehen wenn die beiden mit uns geredet haben.

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Mago, Fernando und wir beide

Nach den zwei Wochen in Puebla fühlten wir uns jedenfalls halbwegs gewappnet unsere Reise fortzusetzen und den sprachlichen Herausforderungen gelassen zu begegnen. Seitdem schwanken wir ständig zwischen „Eigentlich können wir schon ganz gut spanisch“ und „Eigentlich kann ich noch fast gar nichts“. Aber die Momente, in denen man nichts versteht oder man nicht ausdrücken kann was man gerne will, werden tatsächlich immer weniger. Das Tolle daran, die Sprache der Einheimischen zu sprechen ist, dass man sich viel weniger als Tourist fühlt und mit den Menschen auf einer viel persönlicheren Ebene begegnen kann als z.B. nur im Restaurant Essen zu bestellen. Wie unsere Reise in Mexiko weitergeht, erfahrt ihr bald!

Anne

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