Belize

Nach 14 Tagen Luxus und Mietwagen hat uns das Travellerleben wieder zurück. Unser Ziel: die karibische Miniinsel Caye Caulker in Belize. Wir sind von Puertos Aventuras mit einen lokalen Bus nach Tulum gefahren, dort haben wir die Busstation von ADO gesucht und sind gleich weiter nach Chetumal, was an der Grenze zu Belize liegt. Dort schnell in ein Taxi eingestiegen und zum Hafen gefahren, wo wir ein Boot genommen haben um auf die Insel überzusetzen. Zum Glück gibt es das Internet, wo wir quasi eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gefunden haben, die wir einfach nur „nachreisen“ mussten. In Chetumal hatten wir noch etwas Zeit zum Essen, Geld holen und unser Geld mal wieder in eine neue Währung -von mexikanischen Pesos in Belize Dollar- umzutauschen. Dies macht man aber nicht wie bei uns üblich an einem Schalter mit offiziellen Wechselkursen und so, sondern bei einem netten Herrn, der mit einem Bündel Geld und einem BVB 09 Rucksack vor dem Ticketbüro herumsteht. Das Speedboat war ein echter Rückenkiller, da es wie ein Hammer immer auf das Wasser aufschlug, aber Reisen ist auch kein Ponyhof, wie wir ja immer wieder deutlich machen.

In Belize angekommen wurden wir von viel zu lässigen Schwarzen begrüßt und wie immer gefragt ob wir eine Unterkunft suchen. Da aber das Osterwochenende war und wir wussten, dass die Einheimischen hier gerne an dem Wochenende auf die Insel fahren, hatten wir was reserviert. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass wir seit langem mal wieder einen kleinen Kulturschock hatten, zwar nicht zu vergleichen mit dem ersten in Indien, aber dennoch erwähnenswert. Im Vergleich zu Mexiko leben auf Caye Caulker fast nur Schwarze, zudem wird in Belize englisch gesprochen, offiziell, denn die einheimischen reden Kreol, was eine Mischung aus englisch, spanisch und der lokalen indigenen Sprache ist. Das Motto der Insel lautet „Go slow!“ und wenn man sich als Tourist nicht daran hält, wird man schon mal von den Einheimischen darauf hingewiesen. „Hey why do you walk so fast? Go slow, man!“. Auch so wird man ständig auf der Straße gegrüßt mit wahlweise „Ey what’s uuup?“ oder „Ey yo white people!“ oder „whass happenin“ sodass man sich permanent vorkommt wie in einem Hiphop-Video.

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Unsere Aktivitäten auf der Insel haben sich hauptsächlich auf Chillen, Baden -in der Sonne und im Meer- und dem Beobachten der lokalen Bevölkerung beschränkt. Da wie schon erwähnt Osterwochenende war, war die Insel natürlich voll, aber hauptsächlich mit der lokalen Bevölkerung aus Belize City, heißt hier wurde tagsüber ordentlich Rum getrunken und getanzt, natürlich im Garifuna Stil, also Frau wackelt mit dem Arsch ordentlich auf und ab, wahlweise mit nem Kerl dahinter. Die Frauen in Belize zeigen sehr gerne was sie zu bieten haben (und das ist oft eine Menge – ihr versteht was ich meine), sodass die westlichen Touristen dagegen fast aussehen wie Klosterschülerinnen. Das einzige Verkehrsmittel auf der Insel sind Golfcars und das Größte ist es für die Leute hier den ganzen Tag damit die Straße am Strand rauf und runter zu fahren und dabei Bier zu trinken. Bei einem Gespräch mit einem kanadischen Pizzarestaurant-Besitzer, bei dem wir zwei Stunden auf unsere Pizza warten mussten, wurde uns noch erklärt, dass es sehr schwierig ist auf der Insel Personal zu finden, da die Leute immer nur für die nächste Flasche Rum arbeiten. Am letzten Tag waren wir noch tauchen im lokalen Riff, was wirklich atemberaubend war. Wir haben einige Löwenfische gesehen, eine Languste und jede Menge exotische Korallen.

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Das einzige Verkehrsmittel auf Caye Caulker

Nach 4 Tagen auf der Insel musste es aber weitergehen und wir sind mit der Fähre nach Belize City übergesetzt und durch die wirklich sehr hässliche, dreckige, stinkende und von Bettlern bevölkernde Stadt zum Busbahnhof gelaufen. Dort sind wir sofort in einen alten ausrangierten amerikanischen Schulbus gestiegen und weiter nach San Ignacio im Westen des Landes gefahren. Belize ist wirklich ein eigenartiges Land, hier gibt es so viele verschiedene Kulturen, die von Mayas über Amisch zu Garifuna und auch Chinesen und Europäern reicht, irgendwie leben hier alle Menschen zusammen, die man in Zentralamerika findet und noch ein paar mehr. Zudem ist es aufgrund der englischen Sprache ein beliebtes Urlaubsziel der US-Amerikaner, was sich im Vorhandensein von viel zu teuren Resorts zeigt, die 1000 USD und mehr pro Nacht kosten. In San Ignacio sind wir nicht sehr lange geblieben, da wir in einem ziemlich schäbigen Hotel abgestiegen sind und auch Belize als nicht so sehr toll empfanden.

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Lässigkeit ist das oberste Gebot in Belize

Dennoch haben wir hier eine der besten und mystischsten Höhlenbesichtigungen gemacht. In dieser Höhle haben die alten Mayas in einer Tiefe von circa 2 km Opferungen und andere religiöse Zeremonien durchgeführt und so konnten wir 1000 Jahre alte Tonkrüge und Skelette bestaunen, die noch genauso aussahen wie damals. Gepaart mit den Erzählungen unseres Guides war es wirklich sehr spannend und gab uns das Gefühl in eine vergangene Zeit einzutauchen. In der Höhle gab es außerdem keinen präparierten Pfad wie sonst üblich, sondern wir mussten durch den Fluss in der Höhle waten, der uns teilweise bis zum Hals reichte. Ein paarmal haben wir uns durch enge Felsspalten gequetscht um weiterzukommen – nichts für Klaustrophobiker.

Nach unserem kurzen Streifzug durch Belize ging es wieder zurück in unsere vertrauten Lateinamerikanischen Gefilde – diesmal nach Guatemala.

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3 Gedanken zu “Belize

  1. felix003 schreibt:

    Na damit sie die Götter besämpftigen und es genug Regen geben wird, damit der Mais gedeiht und alle was zu essen haben. In Dürre Perioden, oder wenn es ihnen andersweitig schlecht ging hat man auch mehr Menschen und auch klügere und adligere Menschen geopfert und die Götter zu beruhigen. Denken die Wissenschaftler.

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  2. Elke Bertels schreibt:

    Ich finde diesen Beitrag auch sehr toll, vor allen Dingen diese Sache mit dem langsam sein. Würde in Dtl.nie passieren, dass Dir jemand sagt „Geh doch Mal langsam“ oder mach mal langsam. Alles geht hier nicht schnell genug.
    Übrigens, wo seid ihr denn gerade? Und wann kommt der nächste Artikel? 😉

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