Rasten und Reisen

Hallo liebe Lesergemeinde, nun sind wir schon wieder in Europa, aber haben wohl noch den ein oder anderen Reisebericht nachzuholen um diesen Blog ohne Lücken abzuschließen.
Nach unserer Reise durch Guatemala sind wir an einem regnerischen Morgen per Boot von Livingston – welches übrigens keine Straßenverbindung nach außen besitzt, obwohl es auf dem Festland ist – nach Puerto Barrios aufgebrochen, von dort aus mit einem Minibus nach La Ceiba (Honduras) um dann mit der Fähre auf die Backpackerinsel Útila. Diese Reise haben wir mit 2 Leuten aus unserem Hostel, wo wir die Reise gebucht hatten, und 2 weiteren Deutschen bestritten, die wir im Minibus kennen lernten. Auf Útila verbrachten wir die ersten Tage mit unserem in letzter Zeit üblichen Nixtun und Ausruhen von der langen anstrengenden Reise, immerhin waren es wieder um die 13 Stunden Boot-Bus-Boot. Danach verfolgten wir aber doch unseren Plan und gingen zur Tauchschule, wo wir uns kurzfristig dazu entschlossen unseren Advanced-Open-Water-Diver zu machen. Wir verbrachten also die nächsten 3 Tage mit Theorie und Praxis. Das heißt das Lehrbuch studieren und einen Fragebogen beantworten, der dann mit unserer Gruppe und unserem französischen Tauchlehrer zusammen besprochen wurden. Inhalt des Kurses war ein Tauchgang zu einem Schiffswrack, was eigens für Tauchzwecke versenkt wurde. Weiterhin war ein Tauchgang mit bis zu 35m Tiefe dabei, den wir an einer Steilwand machten. So tief unter Wasser kann einen die sog. Stickstoffnarkose erwischen, die einen euphorisch werden und etwas langsamer denken lässt. Um zu erfahren wie langsam man wird haben wir einen Schnelligkeitstest mit Zahlen über und unter Wasser gemacht um zu sehen, wie dies unsere Fähigkeiten beeinträchtigt (Ergebnis: wir waren um die Hälfte langsamer). Zum Schluss zeigte unser Tauchlehrer eine leere Plastikflasche, die durch den Druck in der Tiefe komplett zusammen gedrückt war. Diese Flasche füllte er unter Wasser wieder mit Luft und ließ sie zurück an der Oberfläche ‚explodieren‘ durch simples Öffnen. Zudem gab es noch Koordinationsübungen mit dem Kompass sowie Übungen und Spielchen zur Kontrolle und Training der sogenannten ‚Buoyancy‘ oder auch Auftrieb. Zum Abschluss des Kurses gab es am letzten Tag noch einen Nachttauchgang, wo wir in der Dämmerung mit dem Boot rausgefahren sind und nur mit einer Taschenlampe bewaffnet in die Tiefe des Meeres abgetaucht sind um Kraken, Flundern, Krebse und Fische bei der Nachtruhe zu beobachten.

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Gleich geht's ab in die Tiefe

Nach dem Nachttauchgang wurde unser bestandenes Taucherzertifikat mit unseren ,Mitschülern‘ gefeiert. Zum Glück ist direkt neben der Tauchschule eine der am meisten frequentierten Bars der Insel, in der wir uns danach niedergelassen haben und ein paar Biere zu uns nahmen (für Anne natürlich Rum Cola, denn Bier ist immer noch nicht ihr Freund). Da waren also ein Australier und ein Engländer und später noch ein paar Amerikanerinnen, mit denen wir uns über das Backpackerleben austauschten. Die zweite Hälfte des Abends verbrachten wir bei weiteren Cuba Libres in der Nachbarbar, bis die Musik aus- und die Sonne langsam aufging.

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Unser hoteleigener Steg

Bei Útila handelt es sich noch um eine wirkliche Backpackerinsel, auf der es so gut wie keine Familien oder Pauschalurlauber gibt und auch keine Hotelanlagen, sondern nur kleine Pensionen. Das wird vermutlich auch so bleiben, denn mehr als Tauchen und Party hat die Insel nicht zu bieten. Sie hat zudem den Ruf, dass die Leute hierherkommen und dann hängenbleiben. So ist es auch uns ergangen. Durch die familiäre Atmosphäre in der Tauchschule hatten wir die ganze Zeit die gleichen Leute um uns und konnten nicht mehr die Dorfstraße entlanglaufen ohne auf bekannte Gesichter zu treffen. So verbrachten wir unsere Tage mit Tauchen oder Chillen und die Abende mit unseren neugewonnenen Freunden in den drei Bars der Insel. Ein Highlight war noch ein Nachmittagsausflug zu einer kleinen traumhaften unbewohnten Insel mit Palmen und Hängematten. Nach 10 Tagen auf Útila haben wir aber dann doch den Absprung geschafft. Nach der Spanischschule in Puebla war dies unser zweitlängster Aufenthalt an einem Ort. Vor allem war es schön mal wieder eine längere Zeit mit den gleichen Menschen umgeben zu sein.

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Chillen auf der unbewohnten Miniinsel Water Caye

Auf nach Panama:
Alles hat eine Ende und so fuhren wir etwas bedrückt von der Insel und machten uns auf den Weg nach Nicaragua an die Pazifikküste um dort surfen zu lernen. Es gab zwei Wege, einer mit einem Tourishuttle, sprich Minibus von La Ceiba direkt nach León oder als erstes mit dem Bus von La Ceiba nach Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, dort eine Nacht schlafen und am nächsten Tag weiter nach Nicaragua. Da wir aber keine Lust hatten auf 15 Stunden Minibus und es nicht eilig hatten, haben wir uns für die Option mit einer Nacht in Tegucigalpa entschieden. Tegucigalpa ist wie alle Hauptstädte Zentralamerikas für Gringos -Weiße- vor allem in der Nacht ziemlich gefährlich. Also raus aus dem Bus, rein ins Taxi und zum Hotel. Am nächsten Tag sind wir dann wieder zum Busbahnhof gefahren und weiter nach Nicaragua, erst nach León und von da aus in den verschlafenen kleinen Strandort Las Peñitas. Dort erinnerte es einen irgendwie an ein brandenburgisches Dorf, überall Sand, verlassene Häuser und keine Menschenseele auf der Straße. Hier verbrachten wir 3 Tage mit so ziemlich nix, was heißt lesen, baden und Internet. Den Surfkurs hab ich dann hier doch nicht gemacht und anstatt dessen mir nur ein Bodyboard ausgeliehen um in den Wellen ein wenig Spaß zu haben.

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Mal wieder relaxen...

Dann ging es auch schon wieder weiter auf einen sehr abenteuerlichen Ritt auf die Insel Ometepe in Nicaragua. Diese Reise sah in etwa so aus: Bus, Taxi (León); Bus, Taxi (Managua); Bus, Taxi (Rivas); Fähre, Bus und dann waren wir auch schon auf der Insel Ometepe -mit seinen 2 Vulkanen- in dem kleinen Ort Altagracia. Diese Fahrt war wohl für uns die abwechslungsreichste und abenteuerlichste, hat uns 11 Euro pro Person gekostet und 11 Stunden gedauert. Auf Ometepe haben wir 3 Tage verbracht und unsere Aktivitäten beschränkten sich mal wieder auf das übliche, also Essen, lesen, chillen und  spazieren gehen. Eigentlich wollten wir auf einen der beiden Vulkane hoch, aber da unser Guide an dem vereinbarten Morgen nicht um 5:30 Uhr, sondern erst gegen 8 aufschlug, nachdem unser Hotelmanager ihn aus dem Bett geholt hatte, sind wir dann nur zu einer Art Waldbad gefahren und haben uns dort erholt.

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Diesen Vulkan haben wir dann doch nicht bestiegen

Die weitere Reise mit dem großen Ziel Panama näherte sich dem Ende, aber nach Ometepe machten wir noch ein paar Tage halt in der Haupstadt Costa Ricas, San Jose. Hier besuchten wir ein sehr kleines Museum für Zeitgenössische Kunst, wo wir Alex wieder trafen, die wir in Guatemala kennen gelernt hatten. Die letzte Etappe bis nach Panama City legten wir dann in einer 21stündigen Busfahrt zurück. Der Grenzübertritt nach Panama war ziemlich zeitraubend (zwei Stunden), danach erwartete uns allerdings die Nachricht, dass Demonstranten die Brücke vor uns besetzt halten und diese erst in vier Stunden geräumt wird. Aber derartige Vorfälle kennen wir ja schon und haben uns deshalb nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Panama City hat einige schöne alte Viertel, Kirchen, Museen und Plazas. Die größte Attraktion ist aber zweifellos der Panamakanal, dem wir natürlich auch einen Besuch abstatteten. Für „nur“ 15 Dollar kann man von einer Besucherplattform aus den Schiffen beim Durchqueren einer Schleuse zusehen. Das Ganze wird live von einem Mitarbeiter auf Spanisch und Englisch kommentiert wie in einem Fußballspiel. Wir hatten die Gelegenheit drei Öltanker zu beobachten, wie sie von vier Lokomotiven in die erste Kammer gezogen wurden. Dann wird das Wasser abgelassen (ca. 10m) und schließlich werden die Schiffe in die zweite Kammer gezogen, wo sie nochmals um 10m abgesenkt werden. Dann werden sie wieder „in die Freiheit entlassen“. Für ein vollbeladenes Containerschiff kostet es übrigens um die 450.000 Dollar den Panamakanal zu durchqueren.

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Das Schiff wird von den 4 Lokomotiven in die Schleuse gezogen...

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... dann wird der Wasserspiegel abgesenkt

Nachdem wir durch die letzten Länder mehr oder weniger hektisch hindurchgerauscht sind waren wir in Panama City ziemlich erschöpft und hatten mit einer zunehmenden Reisemüdigkeit zu kämpfen. Das immer näher rückende Ende unserer Reise tat da ihr übriges. Aber jetzt wartete noch die allerletzte Etappe auf uns: zwei Wochen auf Kuba. Aber davon erzählen wir euch im nächsten Beitrag.

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3 Gedanken zu “Rasten und Reisen

  1. Jana schreibt:

    Wie geht es eigentlich Felix Hase? Hat er die Reise überlebt? :-O
    Hat er sich unterwegs in ein Bunny verguckt und chillt jetzt im Paradies?
    Oder er war nicht artig und ihr habt ihn am Straßenrand ausgesetzt?
    Oder er hat es in Mexiko ein bisschen mit den Drogen übertrieben…?

    Gefällt mir

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