Belize

Nach 14 Tagen Luxus und Mietwagen hat uns das Travellerleben wieder zurück. Unser Ziel: die karibische Miniinsel Caye Caulker in Belize. Wir sind von Puertos Aventuras mit einen lokalen Bus nach Tulum gefahren, dort haben wir die Busstation von ADO gesucht und sind gleich weiter nach Chetumal, was an der Grenze zu Belize liegt. Dort schnell in ein Taxi eingestiegen und zum Hafen gefahren, wo wir ein Boot genommen haben um auf die Insel überzusetzen. Zum Glück gibt es das Internet, wo wir quasi eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gefunden haben, die wir einfach nur „nachreisen“ mussten. In Chetumal hatten wir noch etwas Zeit zum Essen, Geld holen und unser Geld mal wieder in eine neue Währung -von mexikanischen Pesos in Belize Dollar- umzutauschen. Dies macht man aber nicht wie bei uns üblich an einem Schalter mit offiziellen Wechselkursen und so, sondern bei einem netten Herrn, der mit einem Bündel Geld und einem BVB 09 Rucksack vor dem Ticketbüro herumsteht. Das Speedboat war ein echter Rückenkiller, da es wie ein Hammer immer auf das Wasser aufschlug, aber Reisen ist auch kein Ponyhof, wie wir ja immer wieder deutlich machen.

In Belize angekommen wurden wir von viel zu lässigen Schwarzen begrüßt und wie immer gefragt ob wir eine Unterkunft suchen. Da aber das Osterwochenende war und wir wussten, dass die Einheimischen hier gerne an dem Wochenende auf die Insel fahren, hatten wir was reserviert. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass wir seit langem mal wieder einen kleinen Kulturschock hatten, zwar nicht zu vergleichen mit dem ersten in Indien, aber dennoch erwähnenswert. Im Vergleich zu Mexiko leben auf Caye Caulker fast nur Schwarze, zudem wird in Belize englisch gesprochen, offiziell, denn die einheimischen reden Kreol, was eine Mischung aus englisch, spanisch und der lokalen indigenen Sprache ist. Das Motto der Insel lautet „Go slow!“ und wenn man sich als Tourist nicht daran hält, wird man schon mal von den Einheimischen darauf hingewiesen. „Hey why do you walk so fast? Go slow, man!“. Auch so wird man ständig auf der Straße gegrüßt mit wahlweise „Ey what’s uuup?“ oder „Ey yo white people!“ oder „whass happenin“ sodass man sich permanent vorkommt wie in einem Hiphop-Video.

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Unsere Aktivitäten auf der Insel haben sich hauptsächlich auf Chillen, Baden -in der Sonne und im Meer- und dem Beobachten der lokalen Bevölkerung beschränkt. Da wie schon erwähnt Osterwochenende war, war die Insel natürlich voll, aber hauptsächlich mit der lokalen Bevölkerung aus Belize City, heißt hier wurde tagsüber ordentlich Rum getrunken und getanzt, natürlich im Garifuna Stil, also Frau wackelt mit dem Arsch ordentlich auf und ab, wahlweise mit nem Kerl dahinter. Die Frauen in Belize zeigen sehr gerne was sie zu bieten haben (und das ist oft eine Menge – ihr versteht was ich meine), sodass die westlichen Touristen dagegen fast aussehen wie Klosterschülerinnen. Das einzige Verkehrsmittel auf der Insel sind Golfcars und das Größte ist es für die Leute hier den ganzen Tag damit die Straße am Strand rauf und runter zu fahren und dabei Bier zu trinken. Bei einem Gespräch mit einem kanadischen Pizzarestaurant-Besitzer, bei dem wir zwei Stunden auf unsere Pizza warten mussten, wurde uns noch erklärt, dass es sehr schwierig ist auf der Insel Personal zu finden, da die Leute immer nur für die nächste Flasche Rum arbeiten. Am letzten Tag waren wir noch tauchen im lokalen Riff, was wirklich atemberaubend war. Wir haben einige Löwenfische gesehen, eine Languste und jede Menge exotische Korallen.

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Das einzige Verkehrsmittel auf Caye Caulker

Nach 4 Tagen auf der Insel musste es aber weitergehen und wir sind mit der Fähre nach Belize City übergesetzt und durch die wirklich sehr hässliche, dreckige, stinkende und von Bettlern bevölkernde Stadt zum Busbahnhof gelaufen. Dort sind wir sofort in einen alten ausrangierten amerikanischen Schulbus gestiegen und weiter nach San Ignacio im Westen des Landes gefahren. Belize ist wirklich ein eigenartiges Land, hier gibt es so viele verschiedene Kulturen, die von Mayas über Amisch zu Garifuna und auch Chinesen und Europäern reicht, irgendwie leben hier alle Menschen zusammen, die man in Zentralamerika findet und noch ein paar mehr. Zudem ist es aufgrund der englischen Sprache ein beliebtes Urlaubsziel der US-Amerikaner, was sich im Vorhandensein von viel zu teuren Resorts zeigt, die 1000 USD und mehr pro Nacht kosten. In San Ignacio sind wir nicht sehr lange geblieben, da wir in einem ziemlich schäbigen Hotel abgestiegen sind und auch Belize als nicht so sehr toll empfanden.

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Lässigkeit ist das oberste Gebot in Belize

Dennoch haben wir hier eine der besten und mystischsten Höhlenbesichtigungen gemacht. In dieser Höhle haben die alten Mayas in einer Tiefe von circa 2 km Opferungen und andere religiöse Zeremonien durchgeführt und so konnten wir 1000 Jahre alte Tonkrüge und Skelette bestaunen, die noch genauso aussahen wie damals. Gepaart mit den Erzählungen unseres Guides war es wirklich sehr spannend und gab uns das Gefühl in eine vergangene Zeit einzutauchen. In der Höhle gab es außerdem keinen präparierten Pfad wie sonst üblich, sondern wir mussten durch den Fluss in der Höhle waten, der uns teilweise bis zum Hals reichte. Ein paarmal haben wir uns durch enge Felsspalten gequetscht um weiterzukommen – nichts für Klaustrophobiker.

Nach unserem kurzen Streifzug durch Belize ging es wieder zurück in unsere vertrauten Lateinamerikanischen Gefilde – diesmal nach Guatemala.

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Mexiko: weiter geht’s nach Oaxaca und Chiapas

Hallo liebe Lesergemeinde,

Als erstes muss ich euch mitteilen, dass mein Handy nicht mehr funktionstüchtig ist und ich damit nicht mehr über whattsapp erreichbar bin, bedanke mich aber über eure Glückwünsche die ich leider nicht lesen konnte. Nach wiedermal langer Pause melden wir uns zurück. Seit dem letzten Bericht ist natürlich einiges passiert und Stoff für 2 weitere Artikel hat sich angesammelt, aber wir fangen von vorne an. Einen Tag nachdem unsere Sprachschule in Puebla beendet war haben wir uns in den Kopf gesetzt den nahe gelegenen nicht mehr aktiven Vulkan Malinche oder Malintze zu besteigen, der mit knapp 4460 m einer der höchsten Berge Mexikos ist.

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Nein, den haben wir nicht bestiegen, darf man auch gar nicht weil er ziemlich stark brodelt und von Zeit zu Zeit auch riesige Aschewolken ausstößt. Popocatepetl um die 5400 m hoch.

Am Vorabend vor unserem Tagesausflug waren wir einkaufen um am nächsten früh unseren Tagesproviant (für jeden 3 Tortas, d.h. belegte Brötchen) zu schmieren. Um ca. 8 Uhr ging es dann los zum Busbahnhof, wo wir uns Tickets nach Apizaco kauften. Auf der Fahrt dorthin konnten wir im Bus noch ein wenig schlafen und Kräfte für den Aufstieg sammeln. In Apizaco angekommen, mussten wir uns irgendwie mit unseren paar gelernten Brocken spanisch zu einer bestimmten collectivo-Haltestelle durchfragen, von wo aus es zum Startpunkt des Aufstieges ging. Nachdem wir gefühlte 20 Leute gefragt haben und uns auch in der richtigen Ecke befanden, wo alle collectivos (Kleinbusse) abfahren, hat uns ein englisch sprechender gefragt wo wir hin wollen und uns gesagt das wir entweder 1 Stunde warten können, oder uns alleine ein collectivo für ungefähr 15 Euro chartern können. Da wir aber schon recht spät dran waren entschieden wir uns ein collectivo für uns alleine zu nehmen. Kurze Info zu den Höhen: Ausgangspunkt Puebla ca. 2000 m, losgewandert sind wir bei ca. 3000 m. Für die Besteigung braucht man ca. 5 Stunden inklusive Abstieg und losgewandert sind wir ca. 12 Uhr. Da der letzte colletivo um 17 Uhr wieder nach Apizaco fährt mussten wir uns also beeilen. Der erste Teil ging auch relativ einfach zu bewältigen, da er sehr flach war, dennoch mussten wir aufgrund der Höhe schon ordentlich schnaufen. Die Steigung nahm aber kontinuierlich zu und uns kamen schon einige Wanderer von oben entgegen. Weil Sonntag war haben sich auch viele Mexikaner zum Ziel gemacht hier ihren Tag mit der Familie beim wandern zu verbringen, so traf man also allerhand Leute und grüßte immer mit einem Hola oder buenas tardes die Leute. Nachdem wir die Baumgrenze erreichten und theoretisch einen super Ausblick haben sollten waren wir aber leider schon in den Wolken, die ausgerechnet heute den Gipfel und ein paar hundert Meter weiter unten den Berg umhüllten.

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Da ging es noch ganz gut voran.

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Das war das beste an Aussicht, das wir hatten, bevor wir in den Wolken verschwanden.

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Der Weg nach oben, in den Wolken.

Nichtsdestotrotz bestritten wir unseren weiteren Weg und waren letztendlich an einem sehr steilen, fast senkrechten Geröllfeld angekommen. Der Weg nach oben gestaltete sich schwierig, da wir nach einem Schritt nach oben wieder einen halben nach unten rutschten. Kurz vor Ende des Geröllfeldes konnten wir dann aufgrund der Höhe von ca. 4000m nur ein paar Schritte machen und rangen dann wie nach einem absolvierten 100 m Lauf nach Luft. Ich kam mit der Höhe etwas besser klar als Anne und wartete am Ende des Geröllfeldes auf sie und unterhielt mich mit einem Mexikaner, der uns nach unser Befindlichkeit fragte, ich versicherte ihm, dass bei uns alles OK ist. Jedoch als Anne oben bei mir auf ca. 4000 m ankam, war sie doch schon ziemlich fertig und sah eigentlich gar nicht gut aus. Aufgrund von Zeitmangel (es war schon 15 Uhr) entschieden wir uns wieder zurück zu gehen und brachen an dieser Stelle die Gipfelstürmung ab, was auch gut war wie sich im nachhinein herausstellte. Auf dem Weg nach unten sammelten wir noch einen Cache ein und unterhielten uns noch mit dem Mexikaner von oben, der uns auch anbot uns mit nach Tlaxcala, also halbe Strecke nach Puebla zurück zu nehmen. Auf dem weiteren Weg nach unten kristallisierte sich dann aber immer weiter heraus, das Anne doch ein wenig von der Höhenkrankheit abbekommen hat, was sich in Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit äußerte. Aber zum Glück mussten wir das Angebot des Mexikaners und auch den Collectivo nach Apizaco nicht in Anspruch nehmen, da zu unserer großen Überraschung ein Bus direkt nach Puebla fuhr. So waren wir dann nach einem sehr anstrengenden Tag abends wieder in Puebla bei unserer Gastfamilie. Schon komisch, dass wir hier in Mexiko höher waren als in Nepal.

Puebla war schon echt schön, aber nach 2 Wochen wollten wir auch weiter. Aber leider mussten wir noch mehr oder weniger unfreiwillig ein paar Tage mehr hier bleiben, da ich meine Eltern gebeten hatte mir meine neue Kreditkarte hierher zu schicken. Wenn ihr euch erinnert, hatte ich die alte in einem Automaten in Laos vergessen. Leider kam diese aber nicht an und wir zogen ohne weiter nach Oaxaca. Unser Spanischlehrer sagte uns aber zu diese nach Playa del Carmen zu schicken, wo wir uns mit meinen Eltern für einen 2 Wochen Trip durch Yucatan treffen wollten.
In Oaxaca angekommen und wieder voll im Travel Alltag drin, lernten wir eine sehr bunte und vor Kultur strotzende Stadt kennen. Wir besuchten das Museum für zeitgenössische Kunst, das relativ klein war, aber atemberaubende Bilder von jungen Künstlern beherbergte. Wir labten uns am für Oaxaca berühmten Käse, der vorzugsweise geschmolzen gegessen wird und besuchten die Zapotheken-Stadt Monte Alban.

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Indigene Kunst. Sehr sehr alt.

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Monte Alban, mit nicht dem besten Wetter.

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Es war sehr windig.

Nach Oaxaca entschieden wir uns weiter an die Pazifikküste in das kleine Strandörtchen Zipolite zu fahren. Zipolite ist berühmt für seinen FKK Strand, für seine homosexuelle Toleranz und seinen übermäßigen Graskonsum. Kurz gesagt: ein Hippieparadies. Die ca. 8-stündige, kurvenreichen Fahrt war wie erwartet recht anstrengend, reichte aber nicht an die Fahrten in Laos heran, da es hier befestigte Straßen gab. In Zipolite hatten wir wieder Glück und haben ein kleines Zimmer mit einem Bett (und keinem Möbelstück mehr) direkt am Strand bekommen. Eine Hängematte wurde uns noch davor aufgehängt und so verbrachten wir die nächsten Tag mit lesen, sonnen und es uns gut gehen lassen. Eins hatte ich noch vergessen zu erwähnen: Zipolite trägt den Beinamen Strand der Toten und macht ihm auch alle Ehre. Eines morgens wachte ich auf um die Morgentoilette zu erledigen und sah eine Menschenansammlung am Strand und in mitten derer wurde versucht einen Mann wiederzubeleben. Auf die Frage ‚Que pasa‘ wurde nur gesagt ‚puede ser muerte‘, vielleicht tot. Neben diesem Ereignis haben wir noch ein weiteres mal eine Rettung beobachten können. Es gibt sehr gefährliche Strömungen hier, die die Menschen beim Baden raus ins Meer ziehen. Diese versuchen dann dagegen anzuschwimmen, was aber aufgrund der Stärke der Strömung nicht zum Erfolg führt, sondern zur vollkommenen Erschöpfung und die von hinten hereinbrechenden ab 2 Meter großen Wellen geben einem dann den Rest. Wir haben gelernt, dass man in so einem Fall parallel zum Strand schwimmen muss um aus der Strömung raus zu kommen. Am letzten Tag haben wir dann noch einen Bootsausflug gemacht, bei dem wir Delfine beobachten, schnorcheln und von einem Felsen ins Wasser springen konnten. An dieser Stelle sei gesagt, dass meine Freunde Juan y Susanita mit Basti und Guddi die gleiche Route ca. 4 Jahre zuvor bereist hatten und wir einiges auf den Bildern wieder erkannten (so viel zu „individuellem Reisen“ 😉 ).

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Delfine...

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Der Felsen dürfte dem Joe bekannt vorkommen, zumindest haben wir ihn in seinem Reisebericht wieder erkannt.

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Unsere Hängematte und Aussicht aus unserer Tür hinaus.

Nach 3 sonnenreichen Tagen ging es aber weiter. Zuerst hüpften wir auf die Ladefläche eines Collectivos und fuhren nach Pochutla, wo wir einen Nachtbus nach San Cristobal de las Casas nehmen wollten. Aber zuerst hieß es einen Geldautomaten finden, um die Tickets zu kaufen. War gar nicht so einfach, da einer nicht funktionierte und ein anderer anscheinend nur für Überweisungen zuständig war. Also ein bisschen was von der Reservewährung USD tauschen. Wieder hin zum Schalter und Bustickets für den 20 Uhr Bus kaufen. Aber war Fehlanzeige, weil 1. das Geld nicht reichte und 2. der Bus schon voll war. Toll. Also noch einen Tipp vom Schaltermann erhalten, wo noch ein Automat ist und dort erfolgreich Geld geholt. Mann muss dazu sagen, dass wir in Zipolite auch schon 2 Tage erfolglos versucht hatten Geld zu holen und zu wechseln, daher lagen die Nerven schon blank. Naja jedenfalls hatte der 23 Uhr Bus noch genau 2 Plätze frei, die wir dann letztendlich buchten. Yeah. Nach 11 Stunden Fahrt, die nicht die bequemste war, weil mein Sitz nicht nach hinten zu verstellen war, kamen wir in San Cristobal de las Casas in Chiapas an und quartierten uns in einem billigen und dafür auch nicht so sauberen Hostel ein, dafür gab’s jede Menge Hippieflair umsonst. Was solls, war ja nur für 2 Tage und die Stadt an sich war ja auch nicht die sauberste. Wir besuchten hier ein paar Museen, beobachteten das Treiben auf dem lokalen Markt und aßen leckere Käse-Empanadas direkt neben dem Fischstand. Yummi!
Aber das Highlight war der Besuch der Kirche in San Juan Chamula, ein kleines indigenes Dorf in der Nähe. Diese Kirche sah äußerlich aus wie eine normale katholische Kirche, aber innen komplett anders. An den Seiten waren mit Stoff bekleidete Heiligenfiguren aufgestellt, ausgelegt war die Kirche mit getrockneten Kiefernadeln und Bänke fehlten ebenso wie eine Orgel. Den ganzen Tag über gehen Menschen in die Kirche, um dort ein Ritual abzuhalten, für das man ein Huhn, sehr viele Kerzen sowie Cola und Bier benötigt. Wir beobachteten also ein typisches Gebet zweier Frauen und zweier Kinder. Es begann damit, dass verschiedenfarbige handgemachte Kerzen in mehreren Reihen auf dem Boden aufgestellt wurden. Jede Farbe symbolisiert eine spezielle Bedeutung. Danach wurde jede Reihe der Kerzen von hinten nach vorne angebrannt und die immergleichen Gebete in der dortigen Mayasprache gesprochen. Wasser, Cola, Bier und andere Softdrinks werden zwischen die Kerzenreihen gegossen und auch getrunken. Dies wird alles von andauernden, gemurmelten und sich immer wiederholenden Mantras begleitet. Zum Schluss wurde ein Huhn aus dem Beutel geholt und über die Kerzen und über eine Frau geführt und danach der Kopf umgedreht, das Huhn zappelte noch kurz und verschwand wieder im Beutel. Bei diesen Zeremonien wird um Glück, Gesundheit und Erfolg einer Schwangerschaft, Hochzeit, Fruchtbarkeit oder ähnliches gebeten. Diese Beobachtung war für uns schon etwas Besonderes und sehr surreal und zeigte wie stark sich die Religion der Maya mit dem Katholizismus vermischt bzw. erhalten hat.

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Der Markt, hier wird auch mal aus der Schubkarre raus verkauft.

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Ansonsten sieht es da so vor der Markthalle aus.

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Die Kirche in San Juan de Chamula, äußerlich ganz normal. Leider durfte man innen keine Bilder machen.

Nach dem Aufenthalt in Chiapas, was eine ziemliche arme Region Mexikos ist, haben wir eine Busfahrt nach Palenque gebucht, bei der wir außerdem noch 2 Wasserfälle besichtigen wollten. Da der Weg sehr weit war und es einiges zur erleben galt ging es 5 Uhr morgens los (ja, Reisen ist kein Zuckerschlecken und man steht teilweise früher auf als wenn man in Deutschland zur Arbeit geht). Nach ein paar Stunden Fahrt erreichten wir Agua Azul, ein traumhaft schöner Wasserfall mit klarem blauem Wasser. Wir verweilten dort eine Stunde, was viel zu kurz war und setzten uns wieder in den viel zu heißen Bus. Den zweiten Wasserfall sollten wir nicht erreichen, da unterwegs eine Straßensperre von den Ortsansässigen errichtet wurde (aus irgendwelchen politischen Gründen), stilecht mit fettem Baumstamm auf der Gegenseite und Nagelbrett auf unserer. Allerdings standen wir 2 Stunden im Stau bis wir uns dorthin vorgekämpft hatten. Nachdem unser Fahrer den Aufsässigen umgerechnet 20 Euro für die Weiterfahrt gegeben hatte ging das dafür kostenlos erhaltene Flugblatt im Bus rum und wir erfuhren, dass wohl das Geld von der Regierung für die Bewohner von einer kriminellen Organisation gestohlen wurde und die Regierung ihnen nicht hilft, daher haben sie sich wohl zu dieser Maßnahme bzw. Einnahmequelle gezwungen gesehen. Auch sehr interessant zu sehen wie die Leute hier solche Sachen selber in die Hand nehmen. Leider zu unserem Nachteil. Durch die Verzögerung haben wir nicht nur den anderen Wasserfall nicht gesehen, sondern auch weniger Zeit gehabt um die im Dschungel liegende Maya-Stätte Palenque zu sehen. In Palenque blieben wir eine Nacht und reisten am darauf folgenden Tag wieder über Nacht weiter nach Playa del Carmen im Bundesstaat Quintana Roo um mit meinen Eltern 2 Wochen auf der Halbinseln Yucatan zu verbringen, wovon der nächste Bericht handeln wird.

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Einer der Wasserfälle der Kaskade bei Agua Azul.

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Palenque

Bis bald
Felix und Anne

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Mexiko bzw. Neuer Kontinent, neue Herausforderungen

Mit unserer Ankunft in Mexiko City hat der zweite Teil unserer Reise begonnen und damit verbunden sind wir mit einer komplett neuen Kultur, Sprache, Mentalität, Geschichte und einer neuen Art des Reisens konfrontiert. Damit ergeben sich natürlich neue Herausforderungen die hauptsächlich darin bestehen, dass in Mexiko, trotz der Nähe zur USA, die meisten Menschen kein Englisch sprechen, sodass wir uns entschieden haben zu Beginn einen Sprachkurs zu machen. Aber erstmal von vorne.
Die ersten vier Tage in Mexiko City plagte uns durch die 11 Stunden Zeitverschiebung und die mehr als 24 stündige Reise von Manila ein heftiger Jetlag, sodass wir die Zeit dort nicht voll ausnutzen konnten. Was sehr schade war, denn es gibt dort ein riesiges Angebot an Kultur, Museen etc. und natürlich ist man die ersten Tage in einem neuen Land sowieso immer erstmal beeindruckt bzw. überfordert von den ganzen alltäglichen Dingen (neue Währung, neue Sprache, die Autos fahren schon wieder auf der anderen Seite etc.). Dazu kam am Anfang auch noch die Angst abends auf die Straße zu gehen – das hat sich aber ziemlich schnell als überflüssig herausgestellt. Mit der Sprache war es anfangs schwierig sich verständlich zu machen, trotz meinem Anfängerkurs, den ich in Deutschland gemacht hatte. Aber wie es halt so ist, irgendwie kommt man immer zurecht und bekommt was man will, oder auch nicht.
Unsere Highlights in Mexiko Stadt waren u.a. der Templo Mayor, ein alter Tempel, der mitten in der Stadt ausgegraben wurde, sowie das Museum für Anthropologie, angeblich eines der besten Museen der Welt. Außerdem kann man ungefähr 5000 Kirchen in der Stadt besichtigen.

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Erfolgreich Tacos bestellt!

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Das Anthropologische Museum - kein Kunstwerk ist zu groß um hierher geschafft zu werden

Die nächsten zwei Wochen haben wir in Puebla verbracht, einer relativ großen Stadt 2 Stunden von Mexiko City entfernt. Hier haben wir einen Spanischkurs in einer sehr familiären Sprachschule besucht und gleichzeitig bei einer Gastfamilie gewohnt. Felix und ich waren alleine in einer „Klasse“, außer uns waren noch vier Kanadier und zwei Amerikaner an der Schule, die alle schon auf einem fortgeschrittenen Level waren. Die Schule gehört Scott, einem Amerikaner, und seiner mexikanischen Ehefrau und ist gleichzeitig das Wohnhaus der beiden. Der Unterricht war ganz anders als damals in der Schule, es gab kein Lehrbuch und keine Klassenarbeiten, dafür war das Tempo viel höher und es wurde viel mehr Wert auf’s Sprechen gelegt. Nach vier Stunden Unterricht am Vormittag sind wir alle zusammen Mittagessen gegangen und am Nachmittag hatte man noch für zwei Stunden einen persönlichen Guide zur Verfügung, mit dem man die Stadt anschauen, ein Museum besuchen und vor allem spanisch sprechen konnte. Wir haben unsere Guides außerdem zum Geocachen mitgenommen, was für sie bestimmt mal eine willkommene Abwechslung war.

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Unsere "Mitschüler" während einer kleinen Party am Freitag Nachmittag

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Donnerstag Nachmittag stand immer ein Ausflug auf dem Programm. Einer der Ausflüge ging nach Tlaxcala, wo wir die örtliche Basilika bestaunt haben. Diese war mit vielen Holzschnitzereien, die wiederum mit Blattgold bedeckt waren, geschmückt. Die Kirche war zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria errichtet worden, die einem Bauern an einer Quelle im Wald erschienen war. Er berichtete in seinem Dorf von dem Ereignis, aber keiner wollte ihm Glauben schenken. Der Priester ging jedoch zu der Stelle im Wald und konnte die Erscheinung auch sehen. Dann kam das ganze Dorf und sah sie. Jetzt steht in der Nähe eine Basilika mit einer Holzfigur von Maria, die aus dem Baum geschnitzt wurde, in dem Maria erschienen ist. An der besagten Quelle steht eine kleine Kapelle, in der man das heilige Wasser gegen Geld käuflich erwerben kann. Beim Verlassen der Kapelle kam gerade eine Familie mit einem großen Kanister um sich Wasser abzufüllen (die Mexikaner sind wirklich sehr gläubig). Ein weiteres Highlight sind die Wandmalereien im Rathaus, die die Geschichte der Azteken erzählen und auch zeigt wie der Mais (DAS Hauptnahrungsmittel) angebaut, geerntet und zu Tortillas verarbeitet wird. Zudem war noch die Agave als zweitwichtigste Pflanze zu sehen, aus der Papier und vor allem Tequila hergestellt wird. Außerdem haben wir noch eine Stierkampfarena besucht.

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Tlaxcala

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Maria ist den Dorfbewohnern in einem Baum erschienen, wie man sieht

Unsere Gastfamilie bestand aus einem pensionierten Ehepaar, Mago und Fernando, wobei letzterer schon sehr gebrechlich war und Mago deswegen den ganzen Haushalt organisieren musste, d.h. jeden Tag zwei bis drei Mahlzeiten für ihren Ehemann, für uns beide und noch einen Studenten zubereiten, der ebenfalls im Haus wohnt. Am Anfang war die Kommunikation schwierig, da wir beide so gut wie kein Spanisch konnten und Mago kein Englisch. In der zweiten Woche merkten wir aber schon einige Fortschritte und konnten uns schon ein bisschen mehr verständigen und auch verstehen wenn die beiden mit uns geredet haben.

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Mago, Fernando und wir beide

Nach den zwei Wochen in Puebla fühlten wir uns jedenfalls halbwegs gewappnet unsere Reise fortzusetzen und den sprachlichen Herausforderungen gelassen zu begegnen. Seitdem schwanken wir ständig zwischen „Eigentlich können wir schon ganz gut spanisch“ und „Eigentlich kann ich noch fast gar nichts“. Aber die Momente, in denen man nichts versteht oder man nicht ausdrücken kann was man gerne will, werden tatsächlich immer weniger. Das Tolle daran, die Sprache der Einheimischen zu sprechen ist, dass man sich viel weniger als Tourist fühlt und mit den Menschen auf einer viel persönlicheren Ebene begegnen kann als z.B. nur im Restaurant Essen zu bestellen. Wie unsere Reise in Mexiko weitergeht, erfahrt ihr bald!

Anne

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Ihr habt es ja nicht anders gewollt

Ihr erinnert euch doch sicher noch an die Abstimmung über die zukünftige Frisur meiner Gesichtsbeharrung, oder?  Das Ergebnis könnt ihr hier nochmal einsehen: http://doodle.com/t5392vfme5umn35g Der Bleistiftbart hat also mit 9 Stimmen knapp vor dem Schnurrbart mit 6 Stimmen gewonnen. So kam es also, dass ich hier in Puebla zum Barbier ging. Natürlich war ich vorbereitet und habe mir ein Bild eines bekannten Bleistiftbart-Trägers auf meinem Handy zum Vorzeigen dabei gehabt. Es war Clark Gable, ein amerikanischer Oscar Preisträger.

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Clark Gable (Bild von Doctormania.com) Die Vorlage für den Friseur.

Zum Glück hatten wir an dem Nachmittag mexikanische Guides aus unserer Sprachschule dabei, die uns etwas halfen mit den Friseur zu kommunizieren. Es war unser erster Tag in Puebla und auch unser erster Tag an dem wir spanisch lernten. Nach 30 Minuten auf dem Friseurstuhl, der zu meiner Verwunderung dem Spiegel abgewendet war, sah ich dann so aus:

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Vorher

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Nacher

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Und das war der Künstler.

Ich finde es sieht gar nicht mal schlecht aus, nachdem man sich dran gewöhnt hat. Wie es aber in Zukunft weiter geht, kann ich euch nicht sagen. Nur soviel, nach 2 Wochen ist er noch dran und ich habe irgendwie Lust damit noch etwas mehr herum zu experimentieren. Ihr werdet es ja in den folgenden Beiträgen sehen wie sich das entwickelt.

Viele Grüße
Felix

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5 Länder in 10 Tagen

Zuerst will ich euch kurz mitteilen, dass der Beitrag über meinen neuen Bart in Kürze erscheinen wird, da ich die Chronologie der Beiträge bewahren will und wir zugegebenermaßen etwas hinterherhängen. Sorry erstmal dafür, ich weiß, dass ihr alle mega gespannt darauf wartet, aber ich kann nur soviel sagen, dass ich euch nicht enttäuschen werde. Aber zuerst wollen wir euch von einer unserer krassesten Reisen erzählen.

Die Große Tour begann in Luang Namtha, wo wir die 3tägige Dschungelwandertour machten. Am Tag der Abreise gab es den ersten Schock, als ich morgens aufstand und meine Kreditkarte nicht an ihrem Platz in der Bauchtasche war. Also erstmal ganz ruhig bleiben, das ganze Hotelzimmer auf den Kopf stellen und feststellen, dass sie wirklich nicht da ist. MIST! Als zweites, überlegen wo man gestern war, ob man beraubt wurde oder sie irgendwo verloren hat. Dann ist mir eingefallen, dass wir am vorigen Abend ja noch übereilt Geld abgehoben haben um damit ein Busticket zu kaufen. Mist! Ich hab die Karte im Geldautomaten vergessen. Man muss dazu sagen, dass man es aus Deutschland gewöhnt ist, dass zuerst die Karte kommt und dann das Geld. Tja, in Laos ist es andersrum. In der Eile, die vollkommen übertrieben war, hab ich wohl das Geld genommen und die Karte vergessen. Naja und man weiß ja was passiert, die Karte wird vom Automaten eingezogen. Leider war Sonntag und die dazugehörige Bank nicht offen. Zuerst habe ich den Hoteljungen gefragt was man machen kann, er konnte aber fast kein englisch und war wenig hilfreich. Als zweites dann nochmal zur Bank und die Leute die im Haus direkt daneben wohnten mit Händen und Füßen gefragt ob sie was ausrichten könnnen. Leider waren alle Versuche zwecklos und die Zeit auch knapp, da unser Bus um 11 Uhr fuhr. Also fuhren wir weiter ohne meine Kreditkarte. Ich unternahm in Houay Xai (Grenzstadt in Laos nach Thailand), wo wir noch eine Nacht verbrachten, noch einen letzten Versuch und schrieb der Bank eine E-Mail und fragte, ob sie mir die Karte nach Chiang Mai schicken können. Nachdem ich aber am nächsten Tag in Chiang Mai noch keine Antwort erhalten hatte, gab ich auf und ließ die Karte sperren. Soviel zum Abschied aus Laos und herzlich Willkommen in Land Nummer 2.

Den kleinen Kulturschock, den wir in Thailand hatten, und unsere Aktivitäten hat Anne in ihrem vorherigen Beitrag ja schon beschrieben. Von Chiang Mai aus ging es dann auf unseren ersten 24 Stunden Trip nach Manila. Zuerst nahmen wir den Bus über Nacht nach Bangkok und wurden dort sehr rau mit den Worten ‚Bangkok, Khao San, leave quickly‘ geweckt. Haben uns gedacht, dass sie vielleicht auf vergessene Gegenstände spekulieren. Denn normalerweise macht die Bus-Crew 30 Minuten vor Ankunft das Licht und eventuell auch Musik an. In Bangkok sind wir erstmal zu McDonalds und in ein anderes Restaurant gegangen und haben uns mit Leoni, einer Deutschen, die im gleichen Bus war, die Zeit bis zum Flug (13 Uhr) vertrieben. Nach 3 Stunden Flug sind wir in Manila angekommen und haben uns ein Taxi in die Stadt genommen. Dummerweise wollten wir Geld sparen und haben ein Taxi im Ankunftsbereich genommen. Das Ende vom Lied war, dass der Taxifahrer aufgrund eines Missverständnisses 25 Euro für die Strecke wollte, die mit einem Prepaid-Taxi 10 Euro kostet. Nach 15 min hartem Verhandeln vorm Hotel haben wir immer noch 16 Euro bezahlt. Danach war ich sehr aufgebracht und dachte mir nur so, herzlich willkommen auf den Philippinen (Land 3). Diese Erfahrung hat uns einen sehr negativen ersten Eindruck von Manila gegeben, der sich auch so schnell nicht mehr verflüchtigt hat.

Manila selbst hat keine berühmten Sehenswürdigkeiten. Was typisch für Manila ist, ist die bei uns sogenannte Schere zwischen Arm und Reich. Bloß angesichts der Zustände hier erscheint die Diskussion bei uns in Deutschland wirklich lächerlich. Hier kann man im Finanz- und Wirtschaftsdistrikt Wolkenkratzer bestaunen und ein paar hundert Meter weiter in die Slums eintauchen. Hier sind überall in der Stadt Golfplätze verteilt und in den angrenzenden Teichen waschen sich die Menschen oder fangen Fische. Hier gibt es mit die größten Einkaufzentren der Welt mit allen Produkten, die es bei uns auch gibt und auf der Straßenseite schlafen die Leute auf der Straße.

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Die Philippinen haben das stärkste Wirtschaftswachstum in Südostasien, aber die Armen merken davon nichts.

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Reich und Arm leben hier auf engsten Raum zusammen.

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Der Sonnenschirm wird natürlich nicht selber getragen.

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In der 'Mall of Asia' gibt es eine Eislaufbahn.

Das Zweite was auffällt sind die bewaffneten Sicherheitskräfte, die wirklich vor jedem Restaurant und jedem Laden stehen (nicht selten mit Maschinengewehr). Das führt allerdings eher dazu, dass man sich noch unsicherer fühlt. Unsere Zeit in Manila haben wir uns mit einem Museum, Stadtwanderung, Erholung, Geocaching und einem Interview vertrieben (zu dem Interview bald mehr).

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Manila Abends. Es ist selbst für Fußgänger schwer hier weiter zu kommen. Die örtlichen öffentlichen Verkehrsmittel sind die so genannten Jeepneys.

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Ein Jeepney.

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Das zweite Fortbewegungsmittel sind Fahrräder oder Motorräder mit Beiwagen.

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Na Felix wie findest du Manila?

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Ach komm, sei ehrlich!

So ging es dann nach fünf Tagen Manila am 17. Februar abends weiter auf unseren zweiten 24 Stunden Trip über Los Angeles nach Mexiko City. Das lustige ist, dass wir durch das Überschreiten der Datumsgrenze früher in LA angekommen sind als wir losgeflogen sind. In LA angekommen, mussten wir in die USA einreisen, da es dort keinen internationalen Transitbereich gibt. Davor hatten wir am meisten Angst, da es unzählige Horrorstories über die Willkür der Grenzbeamten gibt. Tatsächlich wolllte der Officer wissen (wohlgemerkt, nachdem wir ihm unser Weiterflugticket gezeigt hatten) „What’s going on in Mexico?“ und „How do you get out of Mexico?“. Da waren wir erstmal perplex, da es überhaupt nicht um sein eigenes Land ging. Ich erzählte ihm, dass wir auf dem Landweg weiter nach Mittelamerika wollen und über Kuba wieder nach Deutschland, diesen Flug aber noch nicht gebucht haben. Das gefiel im sichtlich nicht und er fragte noch, ob wir vorhaben noch mal in die USA einzureisen, was wir verneinten. Dann nur noch kurz Fingerabdrücke beider Hände abgeben und wir waren im Land der unbegrenzten Möglichkeiten (Nummer 4). In LA haben wir unseren 6stündigen Aufenthalts dazu genutzt in der Nähe des Flughafens ein paar Caches einzusammeln (was sonst?).

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Wie ihr euch sicher denken könnt, gab es den Burger nur für mich.

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LAX, das internationale Kürzel für den Flughafen in Los Angeles.

Nachts um zwölf ging es dann mit lauter Mexikanern im Flugzeug nach Mexiko City, wo wir am 18 Feb. um 5 Uhr morgens ankamen (damit wären wir beim 5. Land).

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Das erste Frühstück in Mexiko City, Churros mit Schokolade.

Damit startet jetzt offiziell der zweite Teil unserer Reise, den wir mit einem zweiwöchigen Spanischkurs beginnen.

Viele Grüße
Der Felix

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Bart

Wie ihr sicher schon an den Fotos bemerkt habt, habe ich mich seit längerer Zeit nicht mehr rasiert. Aufgrund meiner Veranlagung ist daraus aber kein Vollbart geworden. Da es jetzt aber mal wieder Zeit wird für was neues und ich mich nicht entscheiden kann was ich mir für eine neue Frisur im Gesicht zulegen soll, habe ich mir gedacht, dass ich das euch entscheiden lasse. Daher hier eine Doodle Umfrage, die eine Woche laufen wird. Falls ihr noch weitere Bartfrisuren für mich habt, benutzt die Kommentar Funktion.

Bitte hier abstimmen:
http://doodle.com/t5392vfme5umn35g

So sehe ich übrigens jetzt aus, wird also Zeit für was neues:

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http://doodle.com/t5392vfme5umn35g

Für die Begrifflichkeiten hier ein Foto:

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Der Dritte Kampf

Nachdem wir Silvester feucht fröhlich bis morgens um 5 Uhr gefeiert haben war uns am 1. Januar nicht nach Sightseeing oder Abenteuern zumute, sondern eher nach sehr lange schlafen, gammeln und im Internet surfen. Da wir abends nicht müde waren, haben wir erst gegen 3 Uhr das Licht ausgemacht. Ich bin dann schon mal gemütlich eingeschlummert, während Anne noch mit ihrem Handy gespielt hat. Meine Nachtruhe wurde allerdings kurz darauf gestört und ich wurde von einem ‘hast du das auch gehört?‘ geweckt. Anne hatte unter dem Bett gehört wie sich eine Plastikflasche bewegt hat. Ich hatte natürlich nichts gehört und tat dies wie Anne auch selber als Einbildung oder Verwechslung mit etwas gewöhnlichem und nichts bedrohlichem ab. Wir schauten dann unter dem Bett nach, ob wir wieder eine Kakerlake oder ähnliches im Zimmer haben, fanden aber nichts. Dennoch war ich etwas beunruhigt, versuchte aber wieder zu schlafen. Licht aus.
Dann kurze Zeit später wieder ein Rascheln im Zimmer, wieder gleiches Spiel, Licht an mit der Lampe unters Bett leuchten und andere verdächtige Orte nach dem Störenfried absuchen, dabei entdeckten wir einen Gecko und dachten, dies wäre der Unruhestifter uns legten uns wieder hin. Beim dritten mal raschelte es dann direkt neben dem Bett auf dem Nachttisch, wo die angefangene Keks-Packung lag und waren wieder sehr verunsichert und verängstigt. Daraufhin haben wir erstmal aufgeräumt, den Mülleimer aus dem Bad geholt und allen Müll da rein, dann noch die restlichen Lebensmittel in eine Tüte und oben an den Fernseher gehängt. Gut, dann wieder Licht aus und ins Bett, dann konnte ich allerdings nicht mehr schlafen und las noch im Tablet, womit ich auch eine gedämpfte Lichtquelle hatte und die Umgebung beobachten konnte. Kurze Zeit später sah ich einen Schatten über den Boden huschen, vom Schrank unters Bett. Erschrocken leuchtete ich erneut unters Bett, wieder nichts. Als ich mich von dem Schreck erholt hatte, konnte ich allerdings unser nächtliches Schreckgespenst entdecken – es lugte kurz hinter dem Kühlschrank hervor um an dem Pflaster der Steckdose zu knabbern. Es war eine kleine Maus.

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Nachdem wir wussten mit wem wir es zu tun haben begann der Kampf, und da wir nicht mit der Maus im Zimmer schlafen wollten mussten wir sie los werden. Töten wie beim letzten mal? Nein! Wir mussten es nur irgendwie schaffen, dass sie aus dem Zimmer geht, daher Tür auf und die Maus hinter dem Kühlschrank versuchen aus der Tür in den Hotelflur zu jagen.

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Die Möglichkeit die Maus ins Bad zu jagen (Tür auf dem ersten Bild) wäre die einfachere Variante gewesen, aber was macht man mit der Maus im Bad? Der erste Versuch scheiterte natürlich kläglich und die Maus rannte nach Haus zu ihrem Schrank, den wir dann hervorrückten und schüttelten. Wir fanden sie in der unteren Schublade, woraufhin sie wieder zum Kühlschrank zurücklief, mit einen Umweg über meinen Füße. Also wieder von vorn. Da wir aber diesmal wussten wohin sie rennen würde, versperrten wir ihr den Weg und hofften sie würde stattdessen die Tür nehmen. Nach der Vorbereitung also wieder am Kühlschrank rütteln und Krach machen und sie kam wieder vor geschossen zum Schrank, war aber verwundert, dass der Weg versperrt war und rannte nach rechts an der Tür vorbei unters Bett. Da dachte ich dann nur, nein, wie sollen wir sie da vor bekommen. Aber sie hat sich dann von alleine hinter dem Nachttisch versteckt, wo wir sie dann wieder vertrieben haben und endlich rannte sie in den Flur. Nach nur circa ein bis zwei Stunden wandelte sich die Geschichte von ‘was verdammt ist in unserem Zimmer‘ über ‘es ist eine Maus‘ bis ‘ wir sind sie los‘ und wir konnten morgens gegen 5 Uhr endlich schlafen.
Aber nur 15 Minuten später war es mit der Ruhe wieder vorbei, denn die vietnamesische Großfamilie, die auf unserer Etage drei Zimmer mit jeweils 2 Doppelbetten gebucht hatte, war offensichtlich aufgewacht. Ich weiß nicht ob wir sie geweckt haben oder ob sie immer so früh aufstehen, aber nach den Erfahrungen aus Südostasien vermute ich stark, dass sie immer gegen 5 Uhr aufstehen. Jedenfalls verbrachten sie die gesamte Zeit auf den Flur, ich nehm mal an mit der verängstigten Maus in der Ecke hinter dem dortigen Mülleimer, und machten Krach und ich konnte eine geschlagene Stunde nicht einschlafen. Aber als sie dann anfingen warum auch immer zu klatschen stand ich auf, beobachtete sie kurz durch den Spion, erspähte 2 Frauen, die Frühsport oder -gymnastik trieben und ein paar Kinder, machte die Tür auf und bat wahrscheinlich sehr genervt um Ruhe. Daraufhin die Frauen nur ‘sorry sorry‘.

Damit endete dann die Nacht (bzw. für uns begann sie) und die Geschichte ebenso. Bis zum nächsten Kampf…

Viele Grüße von Felix und Anne

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